Good morning America ...
oder eher Deutschland, denn nachdem ich hier gerade 21 Uhr am Dienstag zu Abend esse, schläft wohl Deutschland schon im Mittwochmorgen.
Da ich zwar erst seit wenigen Tagen hier bin, aber gefühlt, vieles erlebt habe, kommt hier mal ein etwas ausführlicherer Beitrag.
MontagWie geplant, hat mich am Montagmorgen, nach Haferflocken-Milch-Obst-Frühstück mein erster Weg an das International Office der Ohio State University geführt, wo ich dann gleich mal nicht auf der Liste stand, in der all die anderen (zumeist aus China oder Korea stammenden) Internationalen Neuankömmlinge zu finden waren.
Nachdem geklärt war, dass Fulbright Stipendiaten dort nicht abgefertigt werden, wurde ich ins Haus nebenan verwiesen und dann - wie ich etwas enttäuscht feststellte - nur mit viel offiziellem Schreibkram und einem dicken Info-Ordner nebst Laufzettel abgefertigt.
Gut dachte ich mir ... wir sind ja schon groß, ärgern wir uns nicht, dass wir nicht an die Hand genommen werden, sondern ordnen wir die Sache mal ... gesagt getan, ich hatte meinen Plan aufgestellt und weiter ging es.
Zum Lincoln Tower ... geschätzte 25 Stockwerke hoch, und direkt neben dem flachen Football-Feld, damit es gleich noch mal größer ausschaut. Da drin also gab es einige Büros und eines davon war das der BUCK-ID, der, also DER Ausweiskarte am Campus.
Leider war auch hier wieder keine Liste mit meinem Namen zu finden, so dass die lieben Studenten gleich mal 15 Minuten durch alle Abteilungen telefonierten und es irgendwann doch bestätigt hatten, dass ich hier nur teilweise zum Spaß da stehe.
5 Minuten und ein schlechtes Foto später hatte ich stolz mein offizielles Campusausweismittel, die Buck-ID als Scheckkarte in der Hand.
Als nächstes ging es, in meiner Prioritätenliste, direkt zum "Recreation and Physical Activity Center" - ein Traum in Stein und Glas in dem es vom Schwimmbecken über Sauna, Cardiogeräte und Gewichte einfach alles gibt - sogar eine Stadionrunde im vierten Stock, die ein mal durch das Gebäude führt - crazy.
Nun ja, auch da hab ich mich freischalten lassen um gleich Abends dann mal die Sachen alle anzuschauen.
Weiter ging es ... das W-LAN musste ergründet werden. Also auch hier zu einem Infoschalter und wieder mal die überaus freundlichen Campusmitarbeiter ausgefragt. Auch hier gab es nach 5 Minuten meienn Account und ich setzte mich in die Bibliothek um gleich mal in Deutschland anzurufen und bei Philipp nach dem Rechten zu sehen.
Zur Mittagszeit ging ich kurz noch zum Aerospace Engineering Department ... und ja, die Erfahrung da fasse ich mal kürzer zusammen, als es ihr gerecht wird:
Viele Leute wollen helfen, wenige wissen was ... aber am Ende hatte ich genug Informationen zu meiner beabsichtigten Kurswahl, die ich mir dann selber in Ruhe im Kopf ordnete. Außerdem habe ich wegen der Studienarbeit einen Termin mit dem Prof ausgemacht, so dass ab Freitag auch in dieses Thema Bewegung kommt.
Nach all diesen Dingen hatte ich nur noch Hunger, ging auf dem Nachhauseweg noch schnell ein paar neue Laufschuhe nebst Socken kaufen und kochte zuhause.
Anschließend folgte ich dem Rat meines Mitbewohners und ging in einen großen Second-Hand Laden, der zwar Möbel anbietet, gerade aber weder Bett noch Schreibtisch hat.
Etwas genervt entschied ich mich mal IKEA online zu konsultieren, was prinzipiell auch gut klappen würde, nur knause ich noch wegen der 150 Doller Liererkosten sowie der Lieferzeit.
Am Vorabend ging es dann Joggen ins Fitnesscenter, dann noch an die Gewichte-Geräte und danach Spazieren nach Hause. EIne Dusche und ein Brot gegessen und dann bei den Studenten nebenan die Amerikanische Jugendkultur, schlechtes Bier und einieg interessante DInge kennen gelernt.
Netter Nebeneffekt, ich nutze ab nun erst mal das W-LAN der Nachbarn.
DienstagDer Plan war Driver's License - Führerschein. Das nächtste Büro des Bureau of Motor Vehicles war gut eine halbe Stunde Busfahrt entfernt und auf besagter Fahrt mit den Öffentlichen, merkte man auch mal: Ja, die Stadt ist weitläufig und definitiv im privaten PKW besser erfahrbar.
Vor Ort angekommen zog ich eine Nummer, setzte mich und schilderte kurz, dass ich mit Deutschem Führerschein gerne hier eine Lizenz hätte.
Die nette, schwarze Frau fragte darauf kurz, ob ich dafür auch Fahrstunden genommen hätte, was natürlich mit JA beantwortet wurde und nachdem auch geklärt war, dass deutsch Führerscheine erstmal fristlos gelten, gab es auch gleich ein interessantes Gesprächsthema.
Ein folgender Sehtest sowie Fragen ob ich Organspender sei oder jemals vor Gericht stand, wurden abgerackert und dann gings für 23 Dollar zum Fotoshooting und nach insgesamt 45 Minuten war ich besitzer der Fahrerlaubnis in Ohio.
Einziges Manko, dieses reibungslosen Verlaufs, meine Lizenz gilt nur bis Ende meiner Einschreibung an der OSU, also bis zum 17. Juni, obgleich ich bis 17. Juli im Land bleiben darf ... whatever.
Zurück nach Hause ging es mit dem Bus und im Netz suchte ich dann nach Autohändlern, war aber irgendwie schnell nicht mehr bei der Sache und ein Videotelefonat mit dem Liebsten hat dann die Stimmungslage doch wieder aufgehellt.
So fällte ich dann die Entscheidung, morgen erst mal nach einem Auto zu schauen und sollte damit alles klappen im Laufe der Tage nach Registrierung und Versicherung zum 1,5 Stunden entfernten IKEA Store zu fahren um meine aus Hamburger Zeiten bekannte Grundausstattung aus Bett, Tisch und Stuhl zu besorgen. Schauen wir mal, wie das klappt.
Eben war ich dann noch mal im Sports Center hier und bin Treppen gestiegen, gerudert, sowie an den Geräten gewesen. Nach dem es gestern um die Arme und den Brustkorb ging, waren heute die Beine dran und ich war überrascht, welche Muskeln man da überhaupt hat. An jedem Gerät steht ja auch immer schön, was man und wie bitte richtig zu trainieren hat und ... ja ... definitiv ist nach 2 Stunden Sport das Gemüt einfach aufgehellt und man ist einfach gut drauf.
Nun habe ich gegessen, werde für morgen noch einige Autohändler recherchieren und mich dann ins Feldbett legen und ins Reich der Träume entschwinden.
Man muss sagen, dass ich wirklich gespannt bin, wie die Orientation am Donnerstag ablaufen wird, bei der ich hoffentlich endlich andere, gleichgesinnte Studeten treffe, die auch im selben Studienstadium sind.
Am besagten Tag wird es 7:30 mit kleinem Frühstück losgehen und was genau dann bis 16:30 auf dem Programm steht, das bin ich auch mal gespannt.
Ich liebe und vermisse einen großteil von euch ;-)
Ciao und Shalom,
euer Brezelbäcker