Mittwoch, 18. November 2009

Weniger als 40 Tage bis Weihnachten ...

Hallöchen ...

ja, das Jahr und damit auch das "Term" an der Uni neigen sich dem Ende zu.
Hier heißt es also noch drei Wochen lernen und dann eine Woche "final exams" schreiben und dann kann die Vorweihnachtszeit genossen werden und der Partner dann zu Weihnachten begrüßt werden.

Aber davor steht noch viel Stress an hier im Unileben und machmal, ganz ehrlich, tue ich mich schwer, diese ganzen Dinge hier zu handhaben. Sicher lerne ich dabei viel über mich, meine Grenzen, meine Sicht der Dinge und, wie die Welt so funktioniert ... das ist wohl gut, machmal ist es aber, zugegebener Maßen, einfach ein bisschen zu viel.
Damit sich hier jetzt keiner Sorgen macht, sage ich gleich auch mal, dass ich ja bisher schon viele Dinge bewältigt habe, da werde ich das amerikanische Unisystem auch packen ... und außerdem unterstützen mich ja alle ... die besten Freunde, der beste Partner, die besten Eltern ... was will ich mich also beschweren.

Nun ja, aber nun ein kurzer Rückblick, was die letzten Tage passierte:
  • Di: Geburtstagsparty gegegeb mit Hawaii-Toast, Apfel-Streuselkuchen, Glühwein und lieben Gästen -> reingefeiert
  • Mi: Ice-Hockey-Game angeschaut ... Columbus-Blue-Jackets waren schlecht
  • Fr: Ausgegangen zum Margarita-Trinken mit Hanna und Melanie
  • Sa: Ausflug ins "German-Village" zusammen mit Hanna gemacht ... All-You-Can-Eat bei "Schmidt's Sausage Haus" ... Suaerkraut, Würste und Co. ... abends in einem schlechten Club gewesen
  • So: Kochen mit Melanie für unsere Gäste ... Flädle-Suppe, Arme Ritter, Linsen mit Spätzle, Apfelstrudel ... alle haben genossen
  • Mo: Der Unialltag holt mich ein ... außerdem kaufe ich einen Rad-Mutter-Schlüssel und tanke Luft für meine Reifen
  • Di: Frisör für umsonst, danach kaufe ich Schlafsacke und Luftmatratze für anstehende Ausflüge ... dann schaue ich meine Bremsbeläge an (top in Schuss!) danach stelle ich fest, dass mein Motor Öl braucht.
  • Mi: Meine Kurse fordern viele Hausaufgaben ... mein Körper fordert, dass die Uni bald aus ist.





Tja ... das mal so der Kurzabriss.
Am Freitag kommt der Moritz in die USA und dann geht es für Sa/So nach Washington D.C., den David besuchen.
Ich freue mich schon sehr ... ich glaube den besten Freund im Land zu haben, kann meiner Stimmung nur gut tun ... und es gibt ja so viel zu erzählen und zu besprechen.

In dem Sinne mache ich mich jetzt mal kurz an meine zum verzweifeln ausschauenden Hausaufgaben und sage

Ciao & Shalom
der Brezelbäcker

Montag, 9. November 2009

Bericht statt Lernen ...

Hallo Freunde der Weihnachtszeit,

es ist Montagabend und was könnte man besseres machen ( ... hmm ... lernen) statt hier das Blog upzudaten ... mir fällt nichts ein, also leg ich mal los.

Die letzte Woche
... endete noch ganz überschaubar. Zum einen legte sich das Wetter noch mal richtig ins Zeug und erreichte 20° ... ja ... Celsius ... und das ließ dann vieles leichter erscheinen.
Am Freitag kam dann noch eine Angestellte des "Institute for International Education", also quasi von Fulbright, an die Ohio State University und hat noch mal ein paar Dinge zur Visum, Arbeit und Co. erzählt. Das meiste war bekannt, aber es war schön, nach fast zwei Monaten endlich mal zu sehen, dass es auch andere Fulbright Studenten an der OSU gibt.
Definitiv ist die Bindung zwischen Fulbright und der OSU alles andere als gut ... aber meine ganzen negativen Eindrücke diesbezüglich schreibe ich lieber am Ende meines Aufenthalts mit etwas Distanz nieder.

Am Nachmittag fuhr ich Melanie, so nett wie ich bin, zur Führerscheinstelle, damit sie sich ihren deutschen Führerschein in eine Ohio drivers license umschreiben kann. Das ist übrigens neben Deutschen nur noch für Japaner und ein weiteres Land möglich, dass ich vergessen habe. In der Tat eine sehr praktische Sache ... verglichen mit David in Washington (der braucht Drogen-Umgangsseminar, SSN und einen Test) oder Hage in Kalifornien bin ich echt froh, dass es für Deutsche in Ohio nur einen Besuch und 23 Dollar kostet.

Am Abend ging es mit Hanna, der Schwedin in "The BOX" ins Kino ... interessanter Film von den "Donnie Darko" Machern. Anschließend ging es mit dem Auto dann zurück ins Univiertel und noch ins "Mad Mex" zu 24 oz (0,7 l) Margerita für 6 Dollar sowie zu drei Stunden schönem Gespräch.

Wochenende
Am Samstag gegen 10 Uhr ging es dann, wie am Vorabend spontan beschlossen bei bestem "Sonnenbrillen und T-Shirt Herbstwetter" ins 1,5 h entfernte Hocking Hills ... eine Art Naturschutzgebiet ... sogenannter State Park, in dem es einige Felsformationen, Wasserfälle, Wanderwege, einen See und Tiere gibt ...

Hocking_Hills 2009-11-07

Nach sechs Stunden ging es dann zurück in die Hauptstadt Ohios und nach einem guten, selbstgekochten Abendessen dann noch in das "Bodega" eine Bar, um mit einigen anderen deutschen, schwedischen, amerikanischen, brasilianischen und sonstigen Austauschstudenten ein paar Bier zu trinken und sich gut zu unterhalten.

Am Sonntag wollte ich mal ganz motiviert sein, packte meinen Laptop, Bücher ... stampfte in die THompson Library, holte noch einige reservierte Bücher vom circulation desk ab und setzte mich in den großen Lesesaal ... dann verbrachte ich 3 Stunden damit, mich über Latex einzuarbeiten ... war deprimiert, dass ich mit der geschwindigkeit eines Säuglings des Schreibens in dieser Textverarbeitungsumgebung mächtig zu werden schien und zu allem Überfluss setzte sich dann auch noch die Lüftung in Gang um zum einen meine Schleimhäute nahezu auszutrocknen und zum anderen mich dazu zu bewegen alle meine Kleidung wieder anzuziehen ... Klimaanlagen und das Amerikanische Wärmeempfinden ... das bleibt für mich ein Buch mit 7 Siegeln.
Jedenfalls gewann die Raumbelüftung der Thompson Library ... ich ging ... zum Sport ins RPAC und anschließend nach Hause, wo die Familie von Gabriel das Haus füllte.
Erst wurde mir gesagt, dass man es ja verstehen könne, dass ich kein amerikanisches Brot möge ... dann sympathisierte man noch mehr mit mir und erklärte mir, dass zuvor alle bei "Schmidt's" essen waren ... hmm ... german sausage ... und dann wurde über den frisch entdeckten Serienmörder aus Cleveland diskutiert und sich gefragt, ob es sowas auch in Deutschland gäbe ...
da konnte ich natülich locker im "Serienmörder-Quartett" mitspielen ...

Naja ... die Runde löste sich auf, ging zu Dominics Konzert und ich zur Schwedin, wo wieder mal die Fünfergruppe zusammen Abend aß ... Köttbullar und Kartoffeln ... lecker.

Wochenbeginn
Der Montag brachte dann erst mal ernüchternde Erkenntnisse:
  • Kein Kaffee im Haus
  • Kein Joghurt, keine Bananen mehr da
  • Nichts wirklich zum Mittagessen
So kam es dann auch, dass die Produktivität für mein Matlab-Programm entsprechend gering war, ich aber immerhin meine Kurswahl für das Winter-Term voranbrachte und einige Mails schreiben konnte.
Nach Abstecher bei Starbucks (Kaffee!) in dem mir eine Mitt-40er-Bediening sagte, dass ich mit meinem "W"enti doch gleich so Deutsch klang und sie mit ihrem Mann, der Soldat war, ja auch mal da stationiert war ... toll! ... jedenfalls ging es nach diesem Umweg zur Uni, kurz Vorlesung in Hypersonic Flows und danach zurück nach Hause, kurzer Plausch mit den Mitbewohnern ... zwei Briefe aus der Malbox auf den "Mittwoch öffnen Stapel" gelegt und dann Hanna zu "Time Warner Cabel" gefahren damit sie ihren Internetanschluss kündigen kann und danach hatte "Giant Eagle" eine Stunde Zeit meine Anwesenheit im 24/7 Supermarkt zu genießen ...
Schließlich brauchte ich ja einige Dinge für meine Party (ich feiere am Dienstag in meinen Geburtstag hinein ... der hier ja Veteranentag, also Feiertag ist)...
Es wird Toast Hawaii geben, Streuselkuchen und Glühwein, wobei letzterer natürlich mit Gewürzen selbst hergestellt werden muss ... herausfordernd aber nachdem ich für eine dreistellige Summe Lebensmittel (auch für die ganze nächste Woche natürlich, also nicht wirklich teuer) eingekauft habe, freue ich mich, morgen fast den ganzen Tag zu backen, aufzuräumen, zu kochen und dann kurz zur Uni, zum Sport und dann feiern ...

In dem Sinne,
ich denke an euch
Ciao & Shalom
der Brezelbäcker

PS: Ach ja, die Mauer wurde heute in Columbus wieder aufgebaut ... zwar zum Gedenken, aber das ist schon eine merkwürdige Idee ... naja, ich hab mein Grafitti, eine Friedenstaube hinzugefügt und ein Stück echte Mauer berührt.

PSS: Ich esse gesund ... voila:

Donnerstag, 5. November 2009

Lebkuchige Überraschung ...

Hallöchen,

da kommt man nach Uni und Sport nach Hause und was sieht man im Wohnzimmer stehen ... ein riesiges Packet aus Deuschland ...

Na da hab ich mich aber gefreut und frage mich, welch schöne Lebkuchen da wohl drin sind:
Ich habe mich jedenfalls mal wieder riesig gefreut ... dass ich Post bekomme, das liebe Menschen an mich denken und dass ich die liebsten und unterstützendsten Eltern habe, die ich mir hätte wünschen können.

Danke Mutti, danke Vati.

Es grüßt mit
Ciao & Shalom
der Brezelbäcker

Mittwoch, 4. November 2009

Halloween-Wochenende ...

Halli, Hallo,

nachdem die letzte Woche sich dem Ende neigte und am Freitag noch bei mir im Haus schön Kürbisse geschnitzt, Suppe gekocht und Kostüme gebastelt wurden, konnte man mit den hier gefundenen Freunden gemütlich über ein paar Gläschen Wein ins Wochenende schlittern, für das ich mir einfach mal nichts für die Uni und stattdessen nur Spaß vorgenommen hatte ...


Samstag
So ging es am Samstagmorgen dann mit etwas Rest-Kater vom Wein in den Knochen und einem abschreckenden grauen Himmel raus in die Kälte, denn mit Hanna, der Schwedischen Austauschstudentin hatte ich Karten für das Football-Spiel von OSU (unserer Unimannschaft ... GO BUCKS!!!) gegen New Mexcio State University gekauft - es war ein 20 $ Schnöppchen ("believe me ... it was a steal").
Die Stimmung im Stadion war schon bewundernswert und dennoch verfolgt man das Spiel, das vier mal 15 Minuten mit dauernden Unterbrechungen geht, eher nebenher und sieht Football eher als Sozialevent, an dem gegessen, getrunken und geredet wird ... definitv interessant, das EIN MAL mitzuerleben.
In der großen Pause hat dann die Marching-Band passend zu Halloween einige Grusel-Film-Soundtracks mit passender Choreografie gespielt ... sehr witzig, sehr unterhaltsam.



Am Nachmittag legte ich dann die letzten Handgriffe an mein Kostüm an und war nach kurzem Bier-Kauf-Zwischenstopp bereit zur Party zu gehen ...
Nachdem auch die anderen bei Sandra im Studentenwohneim fertig geschminkt wurden ging es über Umwege zum Haus einige Design-Studenten und insgesammt war der Abend recht unterhaltsam (wohl auch, weil ich meinen Platz in der Küche zwischen Biernachschub und Keksbasis gefunden hatte) allerdings sind die Amerikaner eindeutig sexuell ausgerichtet, was HAlloween angeht ... naja, was solls ...
Gegen drei Uhr morgens, was dank Zeitumstellung eigentlich zwei Uhr war, ging es gemeinsam mit den anderen Austauschstudenten nach Hause und dann gemütlich zum Schlummern.





Sonntag
Müde aber mit schlechtem Keks-Gewissen ging es aus den Federn, und dann nach Kaffee und Müsli recht schnell zum RPAC um ein bisschen SPort zu machen.
Danach gings mit Gabriel (Mitbewohner) und seiner Freundin ins Auto und im schönsten, sonnigen Herbstwetter in einen Vorort, um meinen einen Mitbewohner (Dominic) bei einer Jazz Performence mit seinem Quintett zu hören ... es war super athmospährisch ... super begabt.


Abends ging es dann zu Seth, einem Design Studenten nach Hause, denn wir hatten ja am letzten Sonntag begonnen, regelmäßig in kleiner Runde zu kochen und uns zu besuchen ... und so gab es, nachdem zuletzt Ravi was indisches bereitet hatte dieses mal Bohnen, Hänchen und gestampfte Kartoffeln ... lecker ... und die Gespräche wieder mal sehr gut.

Wochenanfang
Die Woche begann dann mit einigen Nachforschungen in der Bibliothek, einigen Vorlesungen, einem schlechten Midterm-Exam, das ich zurück bekam (60 von 100 Punkten) und einigen Arbeiten im Labor an der Turbine.
Endlich läuft alles, auch die Schubmessung und die Datenaufnahme ... und so habe ich nun die AUfgabe mir zu überlegen, wie ich die Daten auswerten und präsentieren möchte (Zyklusrechnung ...) und ja ...
Außerdem habe ich zu einem Hereinfeiern in meinen Geburtstag am nächsten Dienstag eingeladen, denn am Mittwoch ist hier Veteranen-Tag ... also frei ... dass ich das an meinem Geburtstag mal erleben darf, hätte ich auch nicht gedacht.

Außerdem habe ich den Zigarettenanzünder in meinem Auto repariert ... bzw. ich habe herausgefunden, dass ein Lötpunkt gebrochen ist ... und nun ist alles mal so zusammen gebunden bis ich eine Lötmöglichkeit finde (nur ohne Strom ist das NAvi halt schnell tot und das ist nicht gut ... vor allem nicht, da ich in drei Wochen nach Washington und danach nach Boston fahren will).
Ja ... nun werde ich noch einige Reiseplanungen machen (Thanksgiving - Boston, Weihnachten - NY) und dann noch mal meine Unisachen ordnen.

Morgen wird ein normaler Uni-Tag, ich möchte danach Sport machen und dann ins Kino und am Freitag kommt eine Fulbrightverantwortliche auf den CAmpus und außerdem sollte ich bis dahin wissen, ob ich am Wochenende einen Ausflug mache ... Lust hätte ich.


Es güßt mit
Ciao & Shalom
der Brezelbäcker

PS: Ich höre Weihnachtslieder ... in Dtl. gibt es bestimmt schon Spekulatius ... hier nicht.