Sonntag, 24. Januar 2010

Die Winterreise ... Fortsetzung

Hallo noch mal,

da ich ja vorhin schon die ausgewählten (unterstrichen) Bilder aus der zurückliegenden Winterreise online gebracht habe, wollte ich nun auch noch versuchen kurz in Worten auszufüllen, wie es nach dem holprigen Start weiter ging.

New York
Okay, also aus Maryland heraus ging es durch Delaware, New Yersey und nach einigen Meilen und Gebühren für Straßen, Brücken und Tunnel entließ uns der Lincoln-Tunnel in das Herz New Yorks ... wir quälten usn durch den Verkehr in Manhatten und waren froh, in einer übefüllten Garage unseren Honda einem Mitarbeiter zu überlassen.
Kurz im Hostel eingecheckt (hmm, rauchiges, überhitztes Zimmer) und dann mit Hage am Flatiron Building getroffen - Catching up über einem leckeren Burger ... Hmm ...
Anschließend wurde durch die Häuserschluchten geschlendert, bis ich mich absetzte, um in der sich senkenden Sonne zum Flughafen JFK zu fahren und mein Herzblatt abzuholen.
Wie man die Gefühle ausdrücken soll, weiß ich nicht, aber es war mehr als schön, nach langer Zeit wieder Haut an Haut mit seinem Liebsten zu sein.
Der Abend wurde dann, nach kurzem Nachtspaziergang zum Time's Square ruhig bei Pizza verbracht und genossen.

Tags darauf, die Sonne strahlte, also stand Sight Seeing an: mit der Fähre an der Freiheitsstatue vorbei, im Finanzdistrict den Ground Zero und die Wallstreet bestaunt. Später noch auf's Rockefeller Center und dort einen atemberaubenden Ausblick genossen.
Auf dem Weg zum Time's Square habe ich es dann geschafft, irgendwie meine Kamera zu zerstören ... aber gut ... die gute Laune bleibt. Am Abend haben wir vier (Philipp, David, Hage, ich) dann in einem amerikanischen Restaurant ein kleines Weihnachtsessen gegönnt und so unser X-Mas verbacht.

Der nächste Tag bestand aus Sixth Avenue, Central Park und viel Spaziergang sowie dem Glück, zu fünft (eine Freundin von Hage stieß noch dazu) im Rahmen einer Lotterie an erschwingliche Tickets für das Broadwaymusical "In the Heights" zu kommen, das wir nach gutem Essen auch voller Begeisterung anschauten.
Am Abend trafen wir dann auch endlich Rilana, die aus Miami eingeflogen kam und tauschten uns über einem Schluck sehr schlechten Rotwein aus.

Der letzte Tag in New York war verregnet, kalt und nass ... die Gruppen trug es in verschiedene Richtungen, Philipp und mich durch die Christopher Street zum Stonewall Inn und anschließend über Südmanhatten zur Brocklyn Bridge, auf der es dann Philipps Schirm zerlegt hat. Naja ... danach mussten wir uns erstmal einige Zeit im Starbucks erwärmen und marschierten dann noch ein Mal weiter, besorgten eine Luftpumpe (die ich für die Matratze zuhause vergaß) und trafen dann alle wieder zusammen um den Big Apple gegen Abend zu verlassen.

Die Fahrt nach Boston begann dann mit zwei maligem Passieren der gleichen Brücke (2xMaut!) weil ich beim Regenstrom einfach die Ausfahrt verpasste ... und nach einigem weiteren Nass von oben, ein mal Tanken und viel Dunkelheit kamen wir dann in Rilanas Haus in Boston an ... ausgepackt, Auto geparkt, Wein geöffnet!

Boston
Nach einer Nacht, dem Kennenlernen von Jimmy (dem Freund einer Mitbewohnerin Rilanas, der, ich sage mal, speziell ist) und gutem Frühstück ging es hinaus in den Regen um die Schönheiten Bostons an einem Tag herunter zu reißen.
Freedom Trail deluxe ... mehr muss man nicht sagen ... es war ein schöner Tag von Stadtzentrum, über Hafen, Friedhöfe, Bunker Hill bis hin zu MIT, Harvard und Boston Burger Company (yummy).
Abends kamen dann noch zwei Freunde von Hage dazu und ich für meinen Teil hatte mit meinen und Philipps gefühlen den Abend gut zu füllen.

Am nächsten Tag ging es zum Ausflug nach Cape Cod, Leuchttürme, Stand, den Atlantik anschauen, den Wind genießen, Province Town durchschlendern und Abends in eine gehobenes Restaurant, wo Kennedy an der Wand hing ;-)
Hage und David gönnten sich dann auch den lang ersehnten Hummer und so ging es letztlich allen gut.

Am dritten Tag ging es dann am Vormittag auch, nach wieder mal sehr genüsslichem Frühstück auf gen Norden und mir blieb die Gewissheit, Rilana Ende Januar wieder zu sehen.

Montreal
Der Tag der Reise aus Boston nach Montreal war gut gebraucht ... schließlich war das Wetter eisig und zum teil auch rutschig ... und dass das Vorsicht heißt, weiß ja mittlerweile auch ich.
So passierten wir also die Staaten Neuenglands und setzten im Norden Vermonts dann über die Grenze, nach der schlagartig keine Wälder mehr zu sehen waren, sondern die eisigen Schneeverwehungen ihre Wege über die ewigen Felder suchten.
In eises Kälte und kurz nach Dämmerung setzten wir in Montreal dann David und Hage ab, und Philipp und ich gingen unseren Weg (tja, die beiden anderen sollten dann ja am nächsten Tag auch schon Richtung Kalifornien aufbrechen ... ein bisschen Neid war dabei).

Da bei guten -20°C keine Nacht schön ist, reichte es für Philipp und mich nur noch dazu, Devisen zu beschaffen, fest zu stellen, dass ich Winterschuhe benötige und dazu, uns eine Pizza zu kaufen und im Hotel gemütlich zusammen zu sein. (Unser Hotel übrigens ein guter Tipp, erschwinglich, gut gut gelegen und super Frühstück)

Am nächsten Tag, nach gekauften Winterstiefeln, ging es durch die Stadt, zur Touristen-Info (sehr empfehlenswert, man bekommt gratis eine Rundumberatung mit Karten, Reiseführern, etc.) und dann auf den Monte Royal, wo wir die Nacht erwarteten und anschließend nach dem Abstieg zum "Poutin" Essen gingen ... eine Montrealer Spezialität ... im original mit Pommes, BRatensoße und Käse und je nach Art, vielem anderen, von Fleisch bis Gemüse ... Lecker und Voll!

Der nächste Tag folgte unserem Reiseführer durch viele Teile der Altstadt und nach vielem Sight Seeing machten wir uns am Abend vom Hotel aus dann nur wenige Schritte (eisklat!) zum Silversteressen beim Mexikaner.
Sehr gutes Essen, gute Margerithas und ein Dank an die Rieggers, die die Rechnung übernahmen!
Was die Silvesternacht angeht, so muss ich gestehen, dass ich sie auf eine der schönsten Weisen verbracht habe, die mir in den Sinn kommt ... neben Philipp, schlafend!

Reise nach Chicago
Am ersten Tag des neuen Jahres packten wir dann unsere Koffer, genossen noch mal das hervorragende Frühstück (als die wenigen, die vor neun aus dem Bett kamen) und setzten uns Richtung Süden in Bewegung. Wir reisten aus Kanada aus, und einige hundert Meilen später wieder ein, um in der Dämmerung und im Schnee die Niagara Fälle zu bewundern.
Dazu zwei Dinge: 1) Niemals dem Navi trauen. 2) Eine Stunde ist zum schauen im Regen genug (wenn man nicht den ganzen restlichen Touri-Blödsinn machen muss).
Wieder im warmen Auto ging es noch einige Meilen weiter, bis kurz vor Ohio wo wir im "Telly-ho", einem Motel an einem Autobahnkreuz, umringt von zwei anderen Motels, drei Fastfood Ketten und zwie Tankstellen, unterkamen. Es sollte unsere günstigste und schönste gemeinsame Nacht auf der Reise werden.

Chicago
Gestärkt von Schlaf und Fast-Food-Frühstück ging die Reise weiter. Mal Schnee, mal strahlende Sonne, im Norden quer durch Ohio, Indiana und auf nach Chicago wo uns die Sky-Line im Sonnenschein begrüßte.
Schnell war das Auto und unsere Sachen im Hostel untergebracht und schon waren wir zur Dämmerung auf dem Hancock Tower ... was für ein Ausblick.
Ein Spaziergang durch die NAcht folgte und dann der Weg zum Hostel um eine typische Chcagoer Deep-Dish-Pizza zu bestellen und dann den Abend ausklingen zu lassen.

Tags darauf sprach wieder der Reiseführer: Millenium Park, Spaziergang durch die Innenstadt, Union Station, Buckingham Fountain (al Bundy lässt grüßen), Navy Pier ... ein schöner Tag.

Am nächsten, etwas düsteren Tag machten wir uns auf ins Naturkundemuseum (Field Museum), in dem Philipp und ich durch Glück eine einstündige Privatführung bekamen ... also wurde uns alles mit Hintergrundinfos gezeigt: von der 8.4 - Millionen-Dollar teuren Sue (größtes T-Rex Skelett), den präparierten Tieren, den Dokus zur Sklaverei, zur Evolution bis hin zu den Präparierten Pflanzen der Welt.
Amerikanische Museen sind doch sehr erlebnisorientiert.
Den Rest des Tages vertrieben wir uns noch damit, das Auto umzuparken, weil mir einfiel, dass es vor einem Hydranten stand, dann ging es wieder in die Innenstadt, zum Einkaufen von ein paar Levis und einem iPod für den Philipp und dann zum gemeinsamen Essen in die Cheesecake Factory.

Die letzte Nacht - merkwürdig.

Der letzte Tag ... Fahrt auf dem Loop mit der Hochbahn, nochmal spazieren, gemeinsam Kaffeetrinken, Karten schreiben und dann die Fahrt zum O'Hare Airport.
An einer der schlechtest einsehbaren Sicherheitsabfertigungen musste ich dann erstmal wieder Abschied von Philipp nehmen und unter rollenden Tränen erst Mal wieder die Fassung auf dem Parkplatz suchen.
War die gefunden und mir eine horrende Summe fürs Parken abgenommen, lief der Rückweg aus Illinois sehr rund. Freie und saubere Straßen, nur einen Pinkel-Tank-Cola-Stopp von 5 Minuten musste ich einlegen und mich spontan freuen, dass ein Liter Cola bei McDonalds einen Euro kostet.

Gegen 12 Uhr Nachts (Uhr wieder auf Eastern Standard Time) kam ich wieder in Columbus an und spührte es, allein einschlafen zu müssen.

Tja ... das war also die Reise in aller Kürze ... hoffe nicht gelangweilt zu haben ... aber so ist das Anschauen der Bilder (voriger BEitrag, unten) vielleicht etwas mehr mit Geschichte erüllt.

Ciao & Shalom
der Brezelbäcker

PS: Ich liebe meinen Philipp.

Bilder von der Winterreise ...

Hallöchen,

da ich wohl noch nicht zum ausfühlrichen Beschreiben der Winterreise komme, die nun doch schon einige Wochen zurück liegt, kommen hier zumindest ein Mal die Bilder der Stationen:

New York (Donald)


New York (Philipp)


Boston (Rilana, Philipp)


Montreal (Philipp)


Chicago (Philipp)

Viel Spaß beim Durchschauen,

Ciao & Shalom,
der Brezelbäcker

Dienstag, 12. Januar 2010

(K)ein Neues Jahrzehnt ...

Hallo und ein herzliches Willkommen im neuen Jahr,

auch von meiner Seite erst mal noch alles erdenklich Gute, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Lange habe ich ja nichts von mir hören lassen, der Grund dafür ist aber schnell dargebracht: Die Winterreise mit Philipp und den anderen endete am 5. Januar und danach hieß es sich erstmal voll in die Seile schmeißen um hier an der OSU keine Zeit zu verschenken.
Schließlich ist bereits seit 4. Januar wieder Vorlesungszeit und diese, die des Winter-Quartals, endet auch bereits Mitte März wieder ... also gerade mal 10 Wochen.
In diesen Wochen muss also der Stoff meiner zwei dieses Mal gewählten Kuse in meinen Kopf finden:
  • Viscous Fluid Flow
  • Advanced Computational Fluid Dynamics
Außerdem läuft ja, mittlerweile sogar mit meiner gestiegenen Motivation, meine Studienarbeit und auch die hat einige Dinge, die sogar bereits im Februar stehen sollen (Programmroutine zur Datenauswertung).

Was die Uni angeht ist das Jahr also bereits für die ersten WOchen gut verplant, ich habe zumindest teilweise meine Motivation wieder gefunden und die Kurse interessieren mich, auch wenn Sie anspruchsvoll sind. Zusätzlich stehe ich wieder regelmäßig vor acht Uhr auf ... ich werde den Studienaufenthalt schon noch reißen ;-)

Aber nun zu den vergangenen Wochen ...

Winterchaos - Kein guter Start
Am Wochenende vor Weihnachten machte ich mich Richtung Washington auf. Der Schnee in Columbus fiel am frühen Samstagmorgen nur ein wenig und daher war ich guter Dinge und mit meinem Gepäck im Wagen zügig auf dem Highway. Nach einer knappen Stunde schlug dann allerdings die spiegelglatte Straße zu:
Beim Überholen driftete ich nach links, versuchte gegenzulenken, als ich schon die Leitplanke sah und als es wieder Gripp gab, drehte das Auto eifrig in Richtung rechter Fahrbahnbegrenzung ... ein paar harte Bremsversuche noch und ... bums ... verknautscht war die linke vordere Ecke des Autos.
Was mir da durch den Kopf ging, kann sich jeder denken ... aber da das Auto noch lief, war ich guter Dinge zumindest noch eine Weile voran zu kommen ...
So fuhr ich, und fuhr ich, langsamer und langsamer, weil der Schnee immer mehr zunahm ... so lange, bis auf den Highways nichts mehr ging und ich zu allem Übel auch noch mit überhitztem Motor stehen blieb.
Schwupps war der Sheriff da, sagt ich werde abgeschleppt ... und nach einer halben Stunde mit einem Hillbilly-Hinterwäldler und seiner Schnalle im Abschleppwagen fand ich mich, erleichtert um mein Bargeld ("I will not unhook you unless you give me the money") und erstmal "grounded" in Cumberland, MD wieder.

Nachdem dann nach einigem Herumirren in der Stadt die Enttäuschung, der Frust, die Unklarheit und alles aus mir raus war, ich mich halbwegs sammelte und mit Philipp und David telefoniert hatte, blieb mir nichts anderes übrig als die Nacht im Holliday Inn einzuchecken und zu hoffen, das am darauffolgenden Sonntag ein Mechaniker offen hat.

So geschah es dann auch, mit Ach und Krach schaffte mein Wagen die 5 Meilen in den nächsten Ort und drei Stunden nebst einigem Geld später hatte die Werkstadt im Nirgendwo meinen Wagen zumindest so geflickt, dass er Kühlwasser und Servoflüssigkeit hielt und bis auf sein Äußeres wieder rund lief.

Also machte ich mich dann, bei Sonnenschein und erstaunlich freigeräumten Highways auf nach Washington wo ich dem David freudig in die Arme fiel und dann mit einem Winterspaziergang im Hochschnee Washingtons und einem Dunkin Donut nebst Kaffee erstmal froh war, da zu sein.

Washington - Auto-Make-Up

Nachdem David und ich uns es dann am Abend noch in seinem Zimmer bei einem netten Filmchen haben gut gehen lassen, ging es am nächsten Morgen, von gesundem Frühstück genährt, auf zum nächsten Ersatzteilladen, der uns dann ganz klar sagte: "you need body work" ... also auf seine empfehlung zu einem "body-Shop" um die Karosserie im nötigen Umfang reparieren zu lassen und ... nachdem geklärt war, dass Farbe nicht nötig ist sondern das Auto nur wieder fahrtüchtig ("Oh, you just want me to do it legal") werden sollte, gingen wir, ohne Auto, aber mit dickem Kostenvoranschlag den Rest des Tages an.

Die Mall wurde besichtigt, zwei Museeen besichtigt (moderne Kunst, dann Amerikanische Geschichte), guter Burger gegessen und sich alles in allem versucht gut durch die Schneemassen zu kämpfen die Washington doch immernoch im Griff hatten.

Am nächsten Tag ging es nach Baltimore um dort die Stadt zu erkunden, David Austern essen zu lassen, am Hafen lang zu schlendern und die Cheesecake Factory zu besuchen.
Dort erreichte uns dann auch der Anruf, dass der Honda fertig repariert wäre und daher trugen uns die Füße und der Bus schnell zurück nach D.C. und mit Bargeld in der Tasche wurde das Auto ausgelöst ... daruaf folgte dann noch zweimaliges zurückfahren in die Werkstatt, weil ein Kabelkurzschluss und eine Dichtung übersehen wurde, aber dann war alles bereit um am Morgen des 23. mit gepackten Taschen Richtung New York City aufzubrechen.

Winterchaos - Dez 09

... und wie es da weiter ging, das erzähle ich im nächsten Blogeintrag ...

Ciao & Shalom
der Brezelbäcker