Montag, 9. November 2009

Bericht statt Lernen ...

Hallo Freunde der Weihnachtszeit,

es ist Montagabend und was könnte man besseres machen ( ... hmm ... lernen) statt hier das Blog upzudaten ... mir fällt nichts ein, also leg ich mal los.

Die letzte Woche
... endete noch ganz überschaubar. Zum einen legte sich das Wetter noch mal richtig ins Zeug und erreichte 20° ... ja ... Celsius ... und das ließ dann vieles leichter erscheinen.
Am Freitag kam dann noch eine Angestellte des "Institute for International Education", also quasi von Fulbright, an die Ohio State University und hat noch mal ein paar Dinge zur Visum, Arbeit und Co. erzählt. Das meiste war bekannt, aber es war schön, nach fast zwei Monaten endlich mal zu sehen, dass es auch andere Fulbright Studenten an der OSU gibt.
Definitiv ist die Bindung zwischen Fulbright und der OSU alles andere als gut ... aber meine ganzen negativen Eindrücke diesbezüglich schreibe ich lieber am Ende meines Aufenthalts mit etwas Distanz nieder.

Am Nachmittag fuhr ich Melanie, so nett wie ich bin, zur Führerscheinstelle, damit sie sich ihren deutschen Führerschein in eine Ohio drivers license umschreiben kann. Das ist übrigens neben Deutschen nur noch für Japaner und ein weiteres Land möglich, dass ich vergessen habe. In der Tat eine sehr praktische Sache ... verglichen mit David in Washington (der braucht Drogen-Umgangsseminar, SSN und einen Test) oder Hage in Kalifornien bin ich echt froh, dass es für Deutsche in Ohio nur einen Besuch und 23 Dollar kostet.

Am Abend ging es mit Hanna, der Schwedin in "The BOX" ins Kino ... interessanter Film von den "Donnie Darko" Machern. Anschließend ging es mit dem Auto dann zurück ins Univiertel und noch ins "Mad Mex" zu 24 oz (0,7 l) Margerita für 6 Dollar sowie zu drei Stunden schönem Gespräch.

Wochenende
Am Samstag gegen 10 Uhr ging es dann, wie am Vorabend spontan beschlossen bei bestem "Sonnenbrillen und T-Shirt Herbstwetter" ins 1,5 h entfernte Hocking Hills ... eine Art Naturschutzgebiet ... sogenannter State Park, in dem es einige Felsformationen, Wasserfälle, Wanderwege, einen See und Tiere gibt ...

Hocking_Hills 2009-11-07

Nach sechs Stunden ging es dann zurück in die Hauptstadt Ohios und nach einem guten, selbstgekochten Abendessen dann noch in das "Bodega" eine Bar, um mit einigen anderen deutschen, schwedischen, amerikanischen, brasilianischen und sonstigen Austauschstudenten ein paar Bier zu trinken und sich gut zu unterhalten.

Am Sonntag wollte ich mal ganz motiviert sein, packte meinen Laptop, Bücher ... stampfte in die THompson Library, holte noch einige reservierte Bücher vom circulation desk ab und setzte mich in den großen Lesesaal ... dann verbrachte ich 3 Stunden damit, mich über Latex einzuarbeiten ... war deprimiert, dass ich mit der geschwindigkeit eines Säuglings des Schreibens in dieser Textverarbeitungsumgebung mächtig zu werden schien und zu allem Überfluss setzte sich dann auch noch die Lüftung in Gang um zum einen meine Schleimhäute nahezu auszutrocknen und zum anderen mich dazu zu bewegen alle meine Kleidung wieder anzuziehen ... Klimaanlagen und das Amerikanische Wärmeempfinden ... das bleibt für mich ein Buch mit 7 Siegeln.
Jedenfalls gewann die Raumbelüftung der Thompson Library ... ich ging ... zum Sport ins RPAC und anschließend nach Hause, wo die Familie von Gabriel das Haus füllte.
Erst wurde mir gesagt, dass man es ja verstehen könne, dass ich kein amerikanisches Brot möge ... dann sympathisierte man noch mehr mit mir und erklärte mir, dass zuvor alle bei "Schmidt's" essen waren ... hmm ... german sausage ... und dann wurde über den frisch entdeckten Serienmörder aus Cleveland diskutiert und sich gefragt, ob es sowas auch in Deutschland gäbe ...
da konnte ich natülich locker im "Serienmörder-Quartett" mitspielen ...

Naja ... die Runde löste sich auf, ging zu Dominics Konzert und ich zur Schwedin, wo wieder mal die Fünfergruppe zusammen Abend aß ... Köttbullar und Kartoffeln ... lecker.

Wochenbeginn
Der Montag brachte dann erst mal ernüchternde Erkenntnisse:
  • Kein Kaffee im Haus
  • Kein Joghurt, keine Bananen mehr da
  • Nichts wirklich zum Mittagessen
So kam es dann auch, dass die Produktivität für mein Matlab-Programm entsprechend gering war, ich aber immerhin meine Kurswahl für das Winter-Term voranbrachte und einige Mails schreiben konnte.
Nach Abstecher bei Starbucks (Kaffee!) in dem mir eine Mitt-40er-Bediening sagte, dass ich mit meinem "W"enti doch gleich so Deutsch klang und sie mit ihrem Mann, der Soldat war, ja auch mal da stationiert war ... toll! ... jedenfalls ging es nach diesem Umweg zur Uni, kurz Vorlesung in Hypersonic Flows und danach zurück nach Hause, kurzer Plausch mit den Mitbewohnern ... zwei Briefe aus der Malbox auf den "Mittwoch öffnen Stapel" gelegt und dann Hanna zu "Time Warner Cabel" gefahren damit sie ihren Internetanschluss kündigen kann und danach hatte "Giant Eagle" eine Stunde Zeit meine Anwesenheit im 24/7 Supermarkt zu genießen ...
Schließlich brauchte ich ja einige Dinge für meine Party (ich feiere am Dienstag in meinen Geburtstag hinein ... der hier ja Veteranentag, also Feiertag ist)...
Es wird Toast Hawaii geben, Streuselkuchen und Glühwein, wobei letzterer natürlich mit Gewürzen selbst hergestellt werden muss ... herausfordernd aber nachdem ich für eine dreistellige Summe Lebensmittel (auch für die ganze nächste Woche natürlich, also nicht wirklich teuer) eingekauft habe, freue ich mich, morgen fast den ganzen Tag zu backen, aufzuräumen, zu kochen und dann kurz zur Uni, zum Sport und dann feiern ...

In dem Sinne,
ich denke an euch
Ciao & Shalom
der Brezelbäcker

PS: Ach ja, die Mauer wurde heute in Columbus wieder aufgebaut ... zwar zum Gedenken, aber das ist schon eine merkwürdige Idee ... naja, ich hab mein Grafitti, eine Friedenstaube hinzugefügt und ein Stück echte Mauer berührt.

PSS: Ich esse gesund ... voila:

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.