Montag, 19. Oktober 2009

Ein "no-specialties" Wochenende ...

Hallo meine Lieben,

heute kommt mal wieder ein Update, dass es vielleicht nicht bräuchte, aber da Ihr alle gerne lest, bitte schön!

Ach ja, ich möchte unter all euch Lesern heute mal den Ralf persönlich ansprechen, weil er seinen Namen sonst nicht im Internet liest ... auf diesem Wege noch mal Alles Gute und viel Gesundheit zu deinem Ehrentag - nächstes mal gratuliere ich dann zeitnah.

Joa ... was gibt es also Neues, nach dem letzten Update am Donnerstag?

Freitag
Nachdem meine Mitbewohner wieder gegen neun das Haus verließen und ich mich nach Obst, Joghurt, Kaffee und Nachrichten gerüstet für den Tag fühlte setzte ich mich an die letzten Hausaufgaben vor dem Midterm (der Zwischenprüfung) für meinen Kurs Hypersonic Flow.
Nach anderthalb Stunde waren die Blätter mit meiner Meinung nach richtigen Lösungen gefüllt und genau richtig erschien der "postman" auf der Veranda ... mit meinem 36 $ Autoradio von ebay, mit dem ich dann endlich nicht nur die Radiosender hören muss, sondern dank Line-Eingnag jegliches mobiles Abspielgerät anschließen kann.
Das Anschließen musste dann aber noch warten, bis ich mich im JOS körperlich ertüchtigt hatte und zuhause mit hausgemachtem Chilli den Magen gefüllt hatte.

Danach also wurde ein bisschen geschraubt, gedreht, isoliert ... und dann ging erstmal ... nichts mehr mit Radio ... hmm ...
Also ein bisschen Ratlosigkeit, hilfsbereite, aber nicht nutzbringende Kommentare von Dominic (der Jazz-Major Mitbewohner) und da es Pläne für den Abend gab ging ich erst mal mit Dominic in den Kroger (der Supermarkt ums Eck) um Spirituosen einzukaufen ... das durfte ich ja dann auch für ihn mit erledigen ... da ich ja über 21 bin.

Ich zog danach weiter mit Melanie, einer Design Studentin aus Deutschland, die hier ihren Master macht, um mit Jos (Niederlande) und Sandra (Böblingen) einen netten ABend bei Film und Trinkspiel zu verbringen.

Samstag
Preiset die Familie Cariotti ... die Eltern und der Bruder von Dominic waren zu besuch und haben entschieden, dass die Heizung angestellt werden muss ... wir frieren also nicht mehr :)
Außerdem griff Mama sofort zum Spühllappen ... und ich bin der letzte, der einer erwachsenen Frau da reinredet ...
Nach kurzem "small-talk" (das können wir ja jetzt, nach einem Monat USA), widmete ich mich meinem Auto, um stolz herauszufinden, dass die Sicherung (wir lernen Englisch: the fuse) das Problem war. Also endlich, nach dreimaligem an und abschließen alles innen eingebaut und zum Auto-Zubehör-Kauf aufgebrochen. Neben dem Sicherungssammelsorium auch gleich mal noch zuverlässige Schrauben fürs neue Nummernschild mitgenommen und ... am Nachmittag stand dann also das mit Radio funktionstüchtige, angemeldete Auto da.
Der Rest des Tages war eher bescheiden, einzig eine Recherche zu Unterkünften in Chicago mit der lieben Rilana, die gerade in Boston wohnt, sei hier zu nennen.
Der Weg ins Bett war ... da alle Leute wie verrückt lernen ... die einzige Alternative.
(an der Stelle denke ich auch an Moritz und Philipp, die mich von ihrer Sportler-Party angerufen haben ... es ist schön, dass es solche Freunde und lieben Menschen gibt :))

Sonntag
Die Sonne lacht ... aber es ist freeeee-zin-cold ... Wie dem auch sei ... Joggen ist angesagt ... und zu meiner Überraschung ist Marathon auf der Hauptstraße ... nun gut ... die Leute lass ich hinter mir und suche mir zum ersten mal hier den Weg zur Natur, zum Fluss, dort entlang an bunt-gescheckten Bäumen ... es war traumhaft und das Beste, was der Start in den Tag haben kann.
Nach wärmendem Wasser und Frühstück, einem schönen Telefonat und dem Bestellen eines günstigen Navigationsgerätes (49 USD ... da sagt man nix) versuchte ich mich an meinen anderen Hausaufgaben für Advanced Analytical Methods ... und war nur zu einem drittel Erfolgreich ... warum demotiviert mich sowas immer.
Unternehmen möchte auch keiner was ... aber immerhin ist die Vorlesung morgen abgesagt ... per e-mail ... ein Notfall ... wir hoffen das Beste.

Ich hoffe für mich, auf einem motivierenden Montag.

Montag
Von Motivation keine Spur ...
Die Hausaufgaben stecken fest, lust für die Midterms nächste Woche zu lernen finde ich nicht.
Nach aufmunternden Telefonaten mit Mama, Papa und Philipp beschließe ich, das HAus zu verlassen und im Labor vorbei zu schauen.

Herr Haritonidis (wir erkennen, ein Grieche, der nächstes Jahr pensioniert und um liebsten wieder an seinem Boot in Griechenland schrauben möchte) hat einen neuen Druckregler geordert, ankommen wird er hoffentlich diese Woche.
Sollten wir damit endlich die nötigen 150 psi (10 bar) zum Starten der Turbine aus unserem Kompressor schleusen können, stellt sich die Frage, ob wir den Hauptschlüssel zum Prüfstand haben ... heutige Recherche in annähernd 50 Schubladen lieferte folgendes Ergebnis:
Viele Schlüssel, wenig Beschriftung, viele Vermutungen, kein passender Schlüssel.
Nun ja ... ich sprach mir noch von der Seele, dass ich nicht recht weiß, wie die Perspektive mit der Studienarbeit sei ... er munterte auf ... gab eine mögliche Richtung ... wir warten auf den Drucksensor.

Anschließend blieb der Weg zum Professor der Analytischen Methoden erfolglos ... also frage ich morgen erst, wie ich bei den Hausaufgaben weiter machen soll.

Nach Heimattelefonat (hallo Philipp, hallo Ralf) und 45 Minuten im Postamt (schlimmer als in Deutschland) ging es trainieren ins RPAC. Freude ... endlich habe ich einen Platz mit Cardiogeräten gefunden, an dem man nicht gezwungen ist, auf einen TV Bildschirm zu starren.
Sorry, aber wenn ich mir alle 10 Minuten Werbung von fettiger Pizza oder über einen Wunder-Wischmopp anschauen muss, schafe ich es nicht, mein Laufpensum zu erledigen.
Nun ja ... das ist ja jetzt aus der Welt geschafft ... und mit der neuesten Folge Brothers & Sisters auf dem iPod vergeht das einstündige Steppen auch wie im Flug.
Anschließend noch an die Gewichte und danach im strahlenden Herbstwetter nach Hause, zum Kroger und dann schön Fisch mit Gemüse gegessen.

Nun Sitz ich hier
... FedEx sagt mein low-cost Navi ist auf dem Weg zu mir
... mein Magen ist gefüllt
... meine Hände sind warm

Ich werde die Tagesthemen anwerfen und mir einen Tee machen ... dann noch was lesen und hoffen, dass der morgige Dienstag den "drive" weiterführt, den der Montag nach Sport und Co. endlich geschaffen hat.

Ich liebe euch.

Ciao & Shalom,
der Brezelbäcker

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